Trainings für Klimaresilienz

COVID-19-Pandemie
April 2, 2020

Training zu klimaresilienter Landwirtschaft in Msitu. Foto: YSD Malawi.

Trainings für Klimaresilienz in der malawischen Landwirtschaft

Vor dem Beginn der Regenzeit und somit der Anbausaison hat die malawische NGO Youth for Environment and Sustainable Development (YSD Malawi) ein Trainingsprogramm zur klimaresilienten Landwirtschaft gestartet. In fünf Dorfgemeinschaften der Zentralregion Malawis entwickeln die Landwirtschaftsexpert*innen gemeinsam mit Kleinbӓuer*innen Strategien zum ӧkologischen und klimaresilienten Anbau und setzen konkrete Maẞnahmen um. Bei der Finanzierung kooperiert die Organisation mit der Gruppe YSD Germany des Jugendumweltnetzwerks JANUN Lüneburg e. V. und wird durch die niedersӓchsische BIN-GO-Umweltstiftung gefӧrdert. YSD arbeitet mit den beteiligten Dorfgemeinschaften seit Anfang 2016 zusammen. Die ak-tuelle Projektphase umfasst je ein viertӓgiges Trainung zu Methoden der ӧkologischen Landwirtschaft und ein zweitӓgiges Training zum Umgang mit Klimarisiken. Das südostafrikanische Land Malawi ist besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betrof-fen. In den vergangenen Jahren stellten ausbleibende Regenfӓlle und Überschwemmungen infolge von Starkniederschlӓgen vor allem die Kleinbӓuer*innen vor groẞe Herausforderun-gen. Mehr als zwei Drittel der Bevӧlkerung leben auf dem Land und sind von den Ertrӓgen des Regenfeldbaus abhӓngig. Wenn Kleinbӓuer*innen Bewӓsserungstechniken einsetzen, kӧnnen sie auch bei Trockenheit Nahrungsmittel anbauen und so ihre Ertrӓge steigern. Die Kombination verschiedener Feldfrüchte und lokaler Sorten mit unterschiedlichen Eigen-schaften sichert sie gegen den Verlust der gesamten Ernte bei Starkniederschlӓgen ab. Auẞerdem tragen die Landwirt*innen zum Schutz der lokalen natürlichen Ressourcen bei, indem sie auf chemischen Dünger und Pestizide verzichten.
In den Trainings mit den Kleinbӓuer*innen setzt YSD auf partizipative Methoden, die die nachhaltige Umsetzung der gemeinsamen Vorhaben ermӧglichen. Jedes Training wird auf die Bedürfnisse und Interessen der jeweiligen Dorfgemeinschaft abgestimmt. Dabei kӧnnen die Kleinbӓuer*innen sowohl inhaltliche Schwerpunkte setzen als auch den organisatori-schen Rahmen mitgestalten. Im Verlauf des Trainings erarbeiten sie Handlungsstrategien, die sie in den folgenden Monaten gemeinsam umsetzen. Neben theoretischen Abschnitten gibt es auch Praxisphasen, in denen verschiedene Maẞnahmen auf einem Demonstrationsfeld erprobt werden. Die ersten Trainings fanden in den Communities Khondodwe, Midland, Mpingu und Nsitu statt und zeigten auf, dass die Kleinbӓuer*innen bereits einige Methoden der ӧkologischen Landwirtschaft umsetzen. So wenden sie Maẞnahmen der konservieren-den Bodenbearbeitung an und kombinieren verschiedene Nutzpflanzen miteinander, um die Bodenfruchtbarkeit zur verbessern und den Schӓdlingsbefall zu verringern. Besonderes Interesse zeigen sie an Methoden der ӧkologischen Düngung und Schӓdlingsbekӓmpfung. Daher arbeitet YSD gemeinsam mit den Kleinbӓuer*innen unter anderem daran, die eigene Herstellung und den Einsatz ӧkologischer Pflanzenschutzmittel zu verbessern. In der kommen-den Woche folgt noch das Training zur ӧkologischen Landwirtschaft in der Community Chi-leka. Anfang 2019 stehen in allen fünf Dorfgemeinschaften die Trainings zum Umgang mit Klimarisiken an. Im Anschluss an die Trainings betreut das YSD-Team aus Umwelt- und Agrarwissenschaftler*innen die Dorfgemeinschaften bei der Umsetzung. Das Ziel ist es, weitere Projektphasen anzuschlieẞen, in denen unter anderem die Selbstorganisation der Dorf-gemeinschaften gestӓrkt und die Vermarktung ihrer ӧkologischen Anbauprodukte verbessert werden soll.

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